Freudiges Wiedersehen bei der SPD

Veröffentlicht am 09.02.2011 in Lokalpolitik

Beste Stimmung bei der SPD-Kreistagsfraktion über die Rückkehr ihres langjährigen Sprechers Günter Fleischer (Mitte)

Ein freudiges Wiedersehen gab es beim jüngsten Treffen der SPD-Kreistagsfraktion. Von 1984 bis 2002 war Günter Fleischer aus Hallstadt ihr Sprecher gewesen und danach zum „Ehrenfraktionsvorsitzenden“ ernannt worden. 2007 schließlich schied er aus dem Kreistag aus – der Liebe wegen zog es ihn nach Bamberg. Verbunden blieb er dennoch seiner Landkreis-SPD, wie Günter Fleischer beim Wiedersehen betonte. Die SPD ehrte ihn jetzt für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Fleischers Nachfolger als Fraktionssprecher, Franz-Josef Schick, würdigte die „lange Karriere“ seines Vorgängers. Beim „Putsch der Jungen“ habe Fleischer 1984 mit 7:6 Stimmen das Ruder der Fraktion übernommen und sich in der Folge als eloquenter Redner gegen Landrat Otto Neukum und später gegen Günther Denzler und die Kreistagsmehrheit behaupten müssen. Dabei war Fleischer damals keineswegs ein Neuling: Bereits 1972 war er erstmals in den Kreistag und zugleich in den Hallstadter Stadtrat gewählt worden. In beiden Gremien wurde der Mann, der 1940 im oberschlesischen Neusalz an der Oder das Licht der Welt erblickte und dessen Vater in Stalingrad vermisst ist, rasch zur Integrationsfigur. „Wir haben Dich nicht vergessen“, unterstrich Franz-Josef Schick.

„Du hast es immer verstanden, Deine Schar hinter Dir zu formieren“, betonte auch SPD-Kreisvorsitzender Andreas Schwarz. 18 Jahre an vorderster Front seien nicht einfach gewesen. Umso mehr freue man sich, wenn Günter Fleischer immer wieder den Weg zu seiner Partei finde.

Die Freude beruhte offensichtlich auf Gegenseitigkeit. „Die Getränke zahl’ ich“, zeigte sich Fleischer sehr zur Freude der Genossen spendabel.

Zur SPD gebracht haben den jetzt 70-jährigen Günter Fleischer übrigens 1961 das Leitbild des damaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt und der Einfluss seiner Mutter, die in der Geschäftsstelle des VdK tätig war. „Ich wollte damals einfach mitreden“, blickt er heute zurück. Beeindruckt hat ihn stets die verbindliche Art des früheren Landrats Otto Neukum über die Parteigrenzen hinweg. „Ich muss Neukum mal loben“, so Fleischer. Der habe nie die Konfrontation gesucht und immer eine für alle tragbare Lösung gefunden. 1990 kandidierte Fleischer selbst für das Amt des Landrats und erzielte mit rund 25 Prozent der Stimmen im Landkreis Bamberg bei fünf Bewerbern ein sehr gutes Ergebnis.

Nach dem Abitur zur Polizei
Von Anfang an habe er sich im Kreistag „menschlich wohl gefühlt“. Und wäre er nicht „der Liebe wegen“ nach Bamberg gezogen – gewiss hätte er auch 2008 noch einmal für den Kreistag kandidiert. „Den Rekord von 36 Jahren im Kreistag hätte ich übertroffen“, zeigt er sich im Nachhinein siegessicher.

Beruflich kam der junge Günter Fleischer nach dem Abitur zunächst zur Polizei nach Würzburg, später wurde in Hallstadt gebaut. Nach dem Wechsel in die Bundeswehr-Verwaltung war er stellvertretender Leiter der Kreiswehrersatzämter in Bamberg, Bayreuth und Regensburg, das Bundesverdienstkreuz erhielt er 1993. 2005 schied Fleischer aus dem Dienst, ehrenamtlich war er unter anderem als Sozialrichter und als Vorsitzender des SV Hallstadt aktiv gewesen.

 

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