MdL Susann Biedefeld kritisiert blindes Vertrauen in Verkehrskonzept der Deutschen Bahn

Veröffentlicht am 03.12.2015 in Verkehr

Die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld kritisiert das blinde Vertrauen, das die Staatsregierung in das Konzept der Deutschen Bahn rund um die Bahntotalsperrung zwischen Lichtenfels und Bamberg an den Tag legt. Eine Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage, die Susann Biedefeld hinsichtlich der zu erwartenden Verkehrsproblematik im Bayerischen Landtag eingereicht hat, macht das kritiklose Verhalten des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann deutlich.

Ab Januar 2016 soll die Bahnstrecke zwischen Hallstadt und Bad Staffelstein 34 Wochen lang komplett gesperrt sein. Die parallel dazu verlaufende Autobahn A73 wird ab März 2016 aufgrund der Bauvorhaben zwischen Breitengüßbach und Ebing ebenfalls nur einspurig befahrbar sein. Auch die Staatsstraße 2197 wird aufgrund der Verlegung auf der Höhe von Ebing voll gesperrt werden. Bei so vielen parallel verlaufenden Baumaßnahmen auf Strecken, die nicht nur für den Schul- und Pendelverkehr von immenser Bedeutung sind, stellt man sich die Frage, wie ein drohendes Verkehrschaos vermiedenen werden kann? Schon heute sind die Züge, mit denen die Schüler zur Schule kommen, überfüllt und auf der A73 kommt es trotz laufendem Zugverkehr und befahrbarer Staatstraße teilweise zu enormen Rückstau und zeitlichen Verzögerungen. Wie sollen so die rund 60 Schienenersatzbusse, vor allem in den Hauptverkehrszeiten, nur annähernd pünktlich sein?

Anstatt das Verkehrskonzept und die Maßnahmen der Deutschen Bahn kritisch zu hinterfragen, scheint sich die Bayerische Staatsregierung jedoch mit blindem Vertrauen ruhig zurückzulehnen und das Zepter der Deutschen Bahn zu überlassen. Laut Innenminister Herrmann könne der Verkehr so gesteuert werden, dass der Schwerlastverkehr auf der Autobahn bleiben und der überregionale Verkehr auf die B4 verlagert werden soll. Der Autobahnverkehr könne so weitgehend ohne Einschränkungen stattfinden. Bei seiner Einschätzung verlässt sich Innenminister Herrmann allein auf Aussagen der Deutschen Bahn und eine von der Deutschen Bahn in Auftrag gegebene Verkehrsuntersuchung. Betroffene vor Ort, die die Verkehrslage genauestens kennen, befürchten hingegen vor allem in den Stoßzeiten ein Verkehrschaos.

„Anstatt es sich aus dem fernen München einfach zu machen und den Planungen der Deutschen Bahn kritiklos zuzuschauen, sollte sich Innenminister Herrmann lieber einmal mit den Kommunalpolitikern und der Bevölkerung vor Ort unterhalten. Schließlich kennen sie die Lage vor Ort am besten und sind direkt von möglichen Auswirkungen der Maßnahmen betroffen. Eine genaue Erklärung, wie ein Verkehrschaos auf den Straßen vermieden werden kann, konnte Herrmann mit seiner Antwort auf meine Fragen jedenfalls nicht liefern“, kritisiert die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld. Staatsminister Herrmann schreibt lediglich: „Für die Bahnreisenden ist durch ein umfangreiches Umleitungs- und Schienenersatz-Verkehrskonzept dafür gesorgt, dass alle Verkehrsbedürfnisse trotz der Sperrung in der Regel mit maximal 30 Minuten verlängerten Reisezeiten abgedeckt werden können. Im Ergebnis kann der Autobahnverkehr bei der geplanten Art der Verkehrsführung weitgehend ohne Einschränkungen aufgenommen werden. Bei der Sperrung der Staatsstraße sind der Staatsregierung keine größeren Probleme hinsichtlich der Aufnahmefähigkeit der Umleitungsstrecken bekannt.“ Wir werden sehen Herr Minister.

 

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